Dienstag, 23. August 2011

Wanderung Lüdernalp - Napf - 21.08.2011


Die heutige Wanderung führte uns auf die Lüdernalp im Emmental. Wir trauten uns die Wanderung auf den Napf zu, auch wenn wir vermuteten, dass es ziemlich anstrengend sein würde. Aber wieder der Reihe nach. Von Bern fuhren wir Richtung Langenau im Emmental, um dann mit dem Bus auf die Lüdernalp zu tuckern. Für unsere Verhältnisse fanden wir die erste Fahrt so gegen neun schon ziemlich spät, den wir wollten auf den Napf und dann Richtung Holzwäge weiter wo wir gegen 17.00 mit dem Bus wieder Richtung Tal brausen würden. Aber erstens ...

Und zweitens ... brauchten wir doch etwas länger als wir geplant hatten. Ins Tal kommt man immer dachten wir und so genossen wir die wunderschöne, herrliche, fantastische, unglaublich Aussicht. Manchmal staunten wir aber auch über Wandergruppen so wie die beiden Paare aus dem Welschland. Die Männer waren die Heros und stürzten sich die Hänge hinauf und die Frauen keuchten  hintendrein. Stöcke hatten sie dabei, trrugen diese in den Händen, keinen Rucksack, das Schuhwerk war an der Grenze. Eine andere Gruppe bestehend aus zehn Frauen. Die einen marschierten zügig den Hang hinauf, sportlich elegant und hatten noch genügend Luft, um zusammen zu reden. Andere der Gruppe betrachteten die Landschaft, das gab ihnen immer einen Moment Zeit, um zu verschnaufen. Das Geschnatter war wie von den Gänsen, die wir später trafen.

Wir marschierten in unserem Tempo und immer wieder hielten wir an, um zu trinken. Es war heiss und der Durst wurde immer grösser. Wir hatten auch das Ziel Holwäge vor Augen. Irgendwie wollten wir den Bus um 17.00 erreichen. Bis zum Mittagshalt waren wir schön in der Marschroute.

Peter gönnte sich ein Eis aus dem Selbstbedienungskühlschrank, der mit Eiscreme gefüllt war. Manch einer war froh, um eine Erfrischung und den Getränken, die bereit standen. Wir fanden dies eine Superidee, dass man sich bedienen konnte und auch das Vertrauen der Bauernleute, die damit rechnen, dass die Kasse nicht leer blieb.

Und dann gings weiter - rauf - runter - rauf - runter. Für einmal auch für uns wieder eine ganz neue Erfahrung. Der Weg war abwechslungsreich und anstrengend. Wir marschierten über Waldwege, die mit Wurzeln übersät waren oder aber wir kraxelten durch Geröllhalden hinauf. Eine Sissiwanderung war es jedenfalls nicht.

Und dann kam der grosse Aufstieg auf den Napf. Mittlerweile merkten wir, dass wir unser Ziel, Holzwäge, begraben mussten, denn wir brauchten länger als wir planten. Irgendwie würden wir schon ins Tal kommen und ein Gewitter war nicht in Sicht - so wanderten wir in der heissen Sommersonne auf den Napf. Und der Aufstieg war happig und wenn Peter ins keuchen kommt, dann heisst das etwas - so entschieden wir uns für ein Mal, dass jeder in seinem eigenen Tempo hoch klettert. Wir keuchten. stöhnten, der Schweiss lief uns von der Stirne und wir haben es geschafft.



Tja und dann passten wir unsere Route an und nahmen den Abstieg Richtung Mettlenalp in Angriff. Wir liessen uns Zeit und so nahmen wir den längeren Weg. Kein Bus, kein Postauto - so standen uns noch vier km auf asphaltierten Strassen bevor. Kurz vor der Mettlenalp wechselte ich meine Schuhe.


Und manchmal, manchmal fahren Engel auf der Strasse ... Wir sahen, die junge, blonde Frau in ihren roten Opel einsteigen und beide dachten wir, wie schön es jetzt wäre, wenn sie uns mitnehmen würde. Und manchmal werden Wünsche wahr. Es dauerte kaum fünf Minuten, hielt die junge Frau an: "Kann ich sie mitnehmen?" Peter und ich strahlten um die Wette, warfen den Rucksack in den Kofferraum und schwangen uns auf den Rücksitz. Die Dame kam aus Basel und nahm uns bis Burgdorf mit. Es wurde eine kurzweilige Rückfahrt. Und schon waren wir in Burgdorf. Sie lud uns am Strassenrand aus und fuhr Richtung Autobahn weiter nach Basel. Wir winkten ihr nach. Wir haben keine Ahnung wie die Dame hiess und so bedanken wir uns auf diese Weise bei ihr, den nichts ist selbstverständlich.

Glücklich und zufrieden und mit vielen Eindrücken durchquerten wir den Bahnhof Bern. Im Migros erstanden wir Landjäger und Essiggurken.

Und wie immer - Duschen  - Dulix einreiben und leckere Köstlichkeiten geniessen - es war ganz einfach toll. Diese Wanderung war ein weiteres Highlight.

Montag, 15. August 2011

Wanderung vom 14. August - Pilgerweg



Und wieder geht ein wunderschöner und anstrengender Sonntag zu Ende. Wieder haben wir eine weitere Wanderung auf der Pilgerroute geschafft. Aber der Reihe nach ... wir starteten um 07.30 mit dem Auto Richtung Rolle. Wir planten die Pilgerroute umgekehrt - also von Coppet nach Rolle. Um 09.12 bestiegen wir den Zug nach Coppet und nach Pippihalt, Sonnencreme einreiben, Schuhe ordentlich schnüren, nahmen wir den Pilgerweg nach Rolle unter unsere Füsse. Das Wetter war feuchtwarm und ziemlich anstrengend zum marschieren. Als wir durch das Dorf in Coppet bei der Kirche vorbei marschierten, läuteten die Kirchenglocken und die Menschen strömten fein herausgeputzt in die Sonntagsmesse, während wir unsere Wanderung in Angriff nahmen. Der Herr Pfarrer stand an der Türe und begrüsste alle seine Schäfchen persönlich.

Wir marschierten durch Rebberge und bestaunten die voll behangenen Reben. Die Trauben schienen uns schon sehr reif zu sein, aber wir getrauten uns nicht diese zu probieren. Wir sahen über all Reben und nochmals Reben - Merlot, Syrath, Chasselas und wie sie alle hiessen. Und es muss wohl ein guter Jahrgang geben. Wir werden sehen. Wir genossen die Aussicht - allerdings machten uns die Strassen etwelche Mühe. Sind wir uns mehrheitlich an Wald- und Wiesenwegen gewohnt mussten wir heute sehr viel über asphaltierte Strassen wandern. Was für uns bei dieser Hitze etwas gar anstrengend war.


Dann kamen wir an eine wunderschöne Anlage. Wir setzten uns auf die Mauer und genossen im Schatten einen Getreidestängel, denn das Frühstück blieb für einmal auf der Strecke. Das Ökumenische Institut Bossey ist das internationale Begegnungs-, Dialog- und Ausbildungszentrum des Ökumenischen Rates der Kirchen. Seit der Gründung des Instituts im Jahr 1946 kommen Menschen aus verschiedenen Kirchen, Kulturen und Kontexten hier zu ökumenischem Lernen, akademischem Studium und persönlichem Austausch zusammen.

Die Sonne schien heiss und gegen Mittag fanden wir den Weg durch den Wald, der uns etwas Abkühlung gab. Und wir fanden eine schöne Sitzgelegenheit, um unseren leckeren Teigwarensalat mit Rindfleisch zu verzehren. Wir hatten Hunger und bereits die zweite Flasche Isostar leergetrunken. Die Wanderung durch den kühlen Wald dauerte nicht allzu lange und schon standen wir wieder auf Asphaltstrassen. Nichts desto trotz, die Aussicht war himmlisch und schon kamen wir am Schloss von Prangins vorbei.

"Prangins liegt nur wenige Minuten von Nyon entfernt. Auf eindrückliche Weise zeigt sich hier die Verbindung zwischen einem lebendigen und gleichzeitig in der Geschichte verankerten Ort. Sie werden fasziniert sein von dieser herrlichen Anlage hoch über dem Genfersee und
von seinem Schloss aus dem Jahr 1730, das zusammen mit der englischen Parkanlage und dem Gemüsegarten nach alter Art sorgfältig restauriert worden ist." Dies steht auf der Homepage - und genauso ist es uns ergangen, wir standen mit offenem Munde da und staunten. Für einen kurzen Moment machten wir Halt. Wir füllten unsere Wasserflaschen mit frischem Brunnenwasser auf und benutzten die sauberen Toilletten. Hielten den Kopf unter den kalten Wasserhahnen und nach dieser Erfrischung gings weiter. Ich wurde immer langsamer und hatte für einmal sehr Mühe einigermassen vorwärtszukommen. Mein Energiehaushalt war etwas aus den Fugen geraten. Das feuchtwarme Wetter hat seine Spuren hinterlassen. Wir spazierten am Bahnhof Nyon vorbei und irgendwie war die Verlockung gross in den Zug zu steigen und nach Rolle zurück zu fahren. Wir nahmen noch einen Anlauf und unser nächstes Ziel war Gland. Durch Industrie und Strassen gings weiter. Für einmal war ich etwas mürrisch, man könnte auch sagen hässig.


Vielleicht sogar stachelig wie die vielen Kaktus, die wir auf dem Weg entdeckten. In Gland angekommen war es wieder verlockend in den Zug zu steigen und nach rund 21 km waren wir doch schon ziemlich müde. Aber nein, wenn Frau Bernasconi sich etwas in den Kopf gesetzt hat ... Jedenfalls war dieser Abschnitt von Gland nach Rolle einer der Schönsten dieser Reise. Und es wäre tatsächlich schade gewesen, den letzten Teil auszulassen. Und endlich tauchte die Ortstafel von Rolle auf - endlos schien mir der Weg endlich zum Bahnhof. Unendlich! Endlos war der Marsch durch Rolle. Endlos - und ich war erschöpft und müde. Peter blieb ruhig und behielt die Nerven. Kurz vor dem Bahnhof meinte er trocken "Ich sehe die Bahnhofsuhr, siehst du sie auch?" Ich war so erleichtert, dass ich nicht wusste ob ich lachen oder weinen sollte - ich tat beides. Und als ich mit letzter Kraft den Autoschlüssel aus dem Rucksack zog, begann es zu regnen. Keine Minute vorher und keine Minute nachher. Peter erspähte beim Rundgang zur Toillette ein Migrolino in der Nähe und in diesen gingen wir wild entschlossen und kauften unser obligates Coci, ein Sandwich und ein grosses Schoggistängeli. Gemütlich tuckerten wir in bequemen Schuhen, sauberem T-Shirt und müden Beinen nach Bern zurück.

Und unser Ritual ist wie immer: Kleider in Wäsche, unter die Dusche und erst wenn es in der Wohnung herrlich nach Dulix riecht, sind wir tatsächlich zu Hause angekommen.


Freitag, 5. August 2011

Linthal, in der Rundschau vom 3.8.2011



Mit erstaunen habe ich den Beitrag in der Rundschau vom 3.8. angeschaut - Linthal ein ausgestorbenes Dorf - Linthal ein bildungsschwaches Dorf - Linthal, das leere Dorf - Linthal am Fusse des Klausens.

Ich bin überrascht wie düster Linthal gezeichnet wurde. Ich habe ein anderes Bild von Linthal. Vielleicht weil es meine Heimat ist, weil ich hier aufgewachsen bin. Natürlich hat sich in den letzten Jahren vieles verändert. Früher hatte es viele Gasthäuser, Metzgereien und Läden. Natürlich hat sich sich Linthal der heutige Zeit angepasst. So ist beispielsweise Glarus nicht weit und so gehen viele aus aus dem Dorf in Glarus in den grossen Läden zum einkaufen.

Ich finde, dass es sich das Schweizer Fernsehen mit ihrem Beitrag einfach gemacht hat. Als ich neulich den Geburtstag meines Bruders mit in Linthal feierte, war ich überrascht wie sich Linthal entwickelt. Ich genoss den Rundgang durch das Dorf, um auch die Veränderungen wahrzunehmen. Mir schien es, dass neues Leben ins Dorf gekommen ist. Und irgendwie habe ich mich an die Zeit erinnert als 1968 das Linth Limmern Kraftwerk eingeweiht wurde. 1964 wurde eine neue Siedlung im Seggen gebaut.





Jetzt ist in Linthal wieder eine Grossbaustelle und die ehemalige Spinnerei Kunz wird um- und ausgebaut. Würde sich dieses Dorf nicht entwickeln, so würde sicher nicht soviel investiert.
Mein Bruder bestätigte mir, dass sich vieles verändert hat und er ganz froh ist, das Leben ins Dorf zurück kommt. So scheint es mir doch etwas zu "klischeehaft" - wie die Fernsehleute Linthal dargestellt haben. Was ich aber bestätigen kann - wenn es regnet, dann sind die Berge noch näher und die Stimmung zeigt sich dann so wie es sich bei Coiffeur Bruno widerspiegelt hat - nämlich Depro.







Übrigens isst man im Hotel Adler, im Bahnhof und im Restaurant Schweizerbund hervorragend.

Montag, 1. August 2011

Wanderung Lac de Joux - 31.07.2011



Die Wetterprognosen für den Sonntag waren hervorragend, also planten wir mal wieder eine Wanderung im Jura. Schon lange stand die Wanderung um den Lac de Joux auf dem Programm. Start in Le Sentier und Ziel ebenfalls in Le Sentier. Und da ein Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln beinahe 3 Stunden betrug, zogen wir es vor mit dem Auto nach Le Sentier zu fahren. Wie immer zogen wir früh los, um den Tag z geniessen und so packten wir unsere sieben Sachen und tuckerten via Vallorbe durch das Valle de Joux nach Sentier. Es war eine schöne Fahrt. Die Menschen, die mich kennen wundern sich sicher, dass ich plötzlich zur Frühaufsteherin mutiere - dem ist nicht so - aber ein- bis zwei Mal die Woche liegt für mich drin früh aufzustehen.

Rund 1000 m.ü.M. liegt das kleine Dorf Le Sentier, das vor allem durch die Uhrenindustrie bekannt ist. Der Nebel hing in den Bergen und über dem See und kalt war es auch. So hatten wir uns den Start unserer Wanderung nicht vorgestellt - wir liessen uns nicht beirren, denn der Mann im Fernseh hat gesagt, dass es schönes Wetter geben würde. Und wenn das der Mann im TV sagt, dann muss es doch stimmen. So parkten wir unser Auto am Bahnhof von Le Sentier und zogen uns warm an und stapften Richtung See.

Durch herrliches Naturschutzgebiet marschierten wir zügig und so konnten wir Schicht um Schicht unserer Kleider ablegen. Es sollte nicht lange dauern bis sich die Sonne in ihrer ganzen Pracht entfaltete und es doch einiges wärmer wurde.

Auch diese Skulptur entfaltete ihre Pracht und so konnte ich es nicht lassen, ein sonniges Foto davon zu machen. Wie oft diese Skulptur fotografiert wurde, kann ich nur erahnen ...

Kurz vor Le Pont, am ende des Sees machten wir eine kurze Pause und zogen weiter zu unserer Mittagsrast. Ich bin überrascht wie viele Picnic Plätze es hat wo man sich gemütlich nieder lassen konnte. Nach Le Pont assen wir unsere mitgebrachten Sandwiches und betrachteten die unterschiedlichen Menschen an den Nebentischen. Eine Naschkatze miaute herzzerreissend und bettelte im Nahrung. Der eine oder die andere liessen sich erweichen und gaben ihnen etwas von ihrem Essen. Wir fanden, dass es genug Nahrung für die Katzen gab.
Eine Familie mit zwei Kindern kamen mit ihren teuren Biks angeradelt. Mutter und Kinder wollten eigentlich auf der normalen Strasse fahren, doch der Vater beharrte, dass sie via Wanderweg weiterfuhren mit der Aussage: "Wir sind auch Wanderer" - widerwillig zog der Rest der Familie mit. Kurze Zeit später sah ich aber, dass die Familie von ihrem "Wanderweg" zurückkamen und auf der normalen Strasse weiterfuhren. Erst als wir den Weg weiter wanderten ziemlich Mühe.

Wir kamen wieder an Weiden und Wälder vorbei und genossen die herrliche Aussicht auf den Lac de Joux.

Für einen kurzen Moment schauten wir zu, wie Leute mit Hingabe den Stapel fürs 1. August-Feuer bereit stellten. Das ganze Dorf war auf den Beinen und half mit. Das Feuer muss wirklich schön brennen, denn die Leute haben mit viel Liebe gearbeitet. Unsere Wanderung brachte uns am Seeufer weiter nach Le Sentier zurück. Es waren wenige, die badeten, denn das Wasser war wohl vielen definitiv zu kalt. Dabei hatte ich mein Badezeugs dabei - aber ich liess es unberührt in meinem Rucksack. Nach rund sieben Stunden kamen wir wieder bei unserem Auto an und ich war wie immer megafroh meine Schuhe auszuziehen und in bequeme Sandalen zu schlüpfen. Und weil es nun so schön geworden ist, fuhren wir über den Col de Marchairuz Richtung Morges und nach Bern zurück. Ein herrlicher Tag ist zu Ende und eine nächste Wanderung ist schon geplant - von Le Pont auf den Marchairuz - aber nicht jetzt, dies dann einfach später.


Wohlbehalten kamen wir in Bern an - und wie immer Dusche - Dulix ... und Planung für den ersten August ...

Mittwoch, 27. Juli 2011

Höhenwanderung 26.Juli 2011



Und weil es so schön war, planten wir bereits die nächste Wanderung. Je nach Wetter würden wir den Pilgerweg weiter verfolgen oder aber wir würden den Gürbetaler Höhenweg in Angriff nehmen. Nachdem wir am Montag doch eine recht lange Wanderung in den Knochen hatten, entschlossen wir uns für den gemütlich Spaziergang, den Gürbetaler Höhenweg. Von wegen gemütlichen Spaziergang!

Für einmal erlaubten wir uns den ersten Teil der Strecke mit dem Postauto zu absolvieren. Wir hatten wenig Lust bereits auf dem Riggsiberg erschöpft anzukommen. Und immer wenn wir einen Sissiwanderweg aussuchen müssen wir doch ziemlich steissen. Tja - so ist eben das Los des Wanderers ...

Wir begannen mit einem schönen Einstieg in die Höhenwanderung, dieser war ziemlich flach und wir genossen die herrliche Landschaft.

Und dann kam der Aufstieg, nicht ganz so wie wir uns dies vorgestellt hatten. Die Stufen waren hoch und der Aufstieg steil. Ich keuchte wie ein Ross, der Schweiss lief mir von der Stirn und immer wieder motivierte ich mich, einen Schritt weiter zu gehen. Zurück kam nicht in Frage, also war es klar, dass wir vorwärts marschieren würden, das heisst - nach oben schleichen.
Endlich - den Aufstieg haben wir geschafft und der Geruch eines Schweinestalls liess uns weiter ziehen. Es war Mittag geworden und eine geeignete Raststätte fanden wir nicht. Als wir endlich an einem schönen Aussichtspunkt ankamen, war dieser von einem älteren Ehepaar, die uns zuvor beim Aufstieg elegant überholt hatten, besetzt. Die Enttäuschung war mir anzusehen und auch anzuhören und ein bisschen neidisch war ich auf die beiden schon, ich gebe es ehrlich zu. Gerne wäre ich auf dieser Bank gesessen und hätte mein Sandwich verzehrt! So wanderten wir noch ein bisschen weiter, denn irgendwann würde bestimmt ein Rastplatz kommen.

Und noch vor dem Mittagessen begegneten wir für einmal einer Kuh mit Hörner, leider war es bloss ein Kunstwerk und keine lebende Kuh. Ich finde es übrigens sehr schade, dass man ganz wenigen Kühen mit Hörnern begegnet - aber so ändern sich die Zeiten.

Das Mittagessen nahmen wir dann etwas später ein als vorgesehen und für ein Mal waren Peter und ich nicht ein Herz und eine Seele. So nahmen wir das Mittagessen schweigend ein. Als dann kurze Zeit später das ältere Ehepaar elegant an uns vorbei zog, entschuldigte sich die Dame, dass sie uns den schönen Rastplatz weggenommen hatten. Mir war dies ziemlich peinlich, denn die beiden haben genauso das Recht einen schönen Rastplatz zu finden wie wir. Ich entschuldigte mich für mein nicht sehr nettes Verhalten. Nach dem Mittagessen gings dann flott weiter, durch Wiesen und Wälder und nun war der Höhenweg wirklich locker und luftig. Der Weg führte uns über weichen Waldboden weiter nach Englisberg.
In Englisberg waren wir versucht mit dem Postauto nach Kehrsatz zu tuckern, doch wir entschieden uns den Weg via Kühlewil nach Kehrsatz zu gehen. Und endlich weiss ich wo Kühlewil ist - immer wieder hörte ich viele Geschichten um dieses Altersheim. Also - ich möchte nicht in Kühlewil ins Altersheim, denn dies wäre mir wohl viel zu langweilig - so abgelegen habe ich noch selten ein Altersheim gesehen.



Der Abstieg nach Kehrsatz war angenehm und so bogen wir im Bahnhof ein und der Zug fuhr ein. Und dann kamen wir wie immer mit letzter Kraft nach Hause - Fussbad, Duschen und dann gab es feinen Aprikosenkuchen. Erschöpft und ermattet und mit Dulix eingerieben fielen wir todmüde ins Bett. Zwei Wanderungen in zwei Tagen - dies braucht Kondition und an dieser werden wir noch etwas arbeiten müssen.

Dienstag, 26. Juli 2011

Pilgerweg Fribourg - Romont, 25. Juli 2011



Nachdem am Sonntag 17. Juli der Regen nur so runterprasselte und wir nicht wie gewohnt wandern konnten, haben wir immerhin die neue Regenbekleidung getestet. Dank der neuen Regenhose blieb Peter trocken. Mittlerweilen bin auch ich im Besitze von Regenhosen und seither hat es auf den Wanderungen nicht mehr geregnet. Am Montag 25.7. nahmen wir wieder einen Teil des Pilgerwegs unter unsere Füsse. Wir beschlossen mit dem Zug bis nach Villars-sur-Glane zu fahren, um dem fribourgischen Stadtverkehr auszuweichen. Es war übrigens arschkalt, als wir in Villars aus dem Zug stiegen. Für einmal zog ich zusätzlich die dicke Jacke an. Nach einigen hundert Meter marschieren war es dann etwas wärmer und wir konnten die erste Schicht abziehen. Und nachdem wir über die Brücke Brücke Ste-Appoline marschierten. ging es flott weiter.

Die Wanderung war für mich eher eine "Ausdauerprüfung" - als eine Wanderung. Viele Strecken führen über Asphaltwege und meine Füsse - ja meine Füsse - lieben den Asphalt nicht besonders. Aber natürlich gab es auch viel schönes zu sehen und landschaftlich ist die Strecke sehenswert.

Die Kühe blieben bei dem kalten Wetter auch lieber liegen.

Unser Mittagsrast fiel kurz aus, denn wieder zogen wir unsere dicken Jacken an, um nicht zu "erfieren" - Da wir sehr früh unterwegs waren, haben wir für einmal auch früher nach einem schönen Aussichtspunkt gesucht. Den fanden wir in einer sehr ruhigen und mystischen Umgebung, sogar ein Tisch hatte es zur Verfügung. Welch ein Luxus.

Es wurde etwas wärmer aber irgendwie blieb es kalt. Wir kamen an vielen Kirchen und Kappellen vorbei und in jeder machten wir einen Moment halt. Wir genossen die Stille. Und je näher wir Romont zu marschierten, fanden wir immer weniger Sitzgelegenheiten. Die Landschaft wurde karger, die Füsse schmerzten - aber wir waren ja auf dem Pilgerweg, da kann man sicher man ein bisschen leiden ... jedenfalls fanden wir kurz vor Romont ein Tranformatorenhäuschen und so krochen Peter und ich das Bord hinauf und machten es uns bequem. Immerhin hatten wir für ein Mal eine warme Sitzgelegenheit!

Und was zu unserem Glück noch fehlte, war der Aufstieg am Schluss einer Wanderung. Aber vorher machten wir in der Abtei Hauterive noch einen Moment Rast. Immerhin hat es hier genug Sitzgelegenheiten. Von der Abteil Hauterive sahen wir bereits Romont auf dem Hügel vor uns - und so war nun unser Aufstieg gesichert. Gemütlich nahmen wir die letzten Meter in Angriff und es hat sich gelohnt.



Die gotische Kollegiatskirche Notre-Dame-de-l'Assomption war unser Aufstieg wert. Die modernen Glasbilder sind sehenswert. Und die Sonne schien durch die neuen Glasbilder hindurch. Für einen kurzen Moment verweilten wir in der Kirche, um dann gemütlich zum Bahnhof Romont hinunter zu marschieren. Genüsslich tranken wir unser Coca Zero und genüsslich zog ich meine Wanderschuhe aus und zog meine "Finken" an. Gemütlich tuckerten wir nach Bern zurück. Vorgesehen war wie immer - Fussbad - Dusche und Nachtessen, doch kaum waren wir in der Matte blieben meine Augen bei den vielen Kameras und Menschen, die sich vor meinem Laden tummelten, stehen. Und da ich vor dem Laden für ein Mal nicht nur Baustelle vorfand verfolgte ich die Filmarbeiten zum Dällebach-Kari. Nach diesem kurzen Einblick in die Dreharbeiten, habe ich mich entschlossen kein Filmstar zu werden, den immer wieder die gleiche Szene zu drehen und herumzustehen und zu warten ist tatsächlich nichts für mich.


Ich liess den Abend bei einer heissen Dusche, einem angenehmen Fussbad und einer Gerstensuppe aus dem Päckli ausklingen, denn wir haben für den Dienstag eine weitere Wanderung geplant.

Montag, 11. Juli 2011

Schwarzenburg - Fribourg, 10. Juli 2011

Und wieder waren wir auf Wanderschaft. Seit April 2011 ist dies nun bereits die 16. Wanderung und immer noch haben wir grossen Spass daran. Nach der letzwöchigen eher anstrengenden Wanderung haben wir uns eine bequeme und einfachere Reise ausgesucht. Eine Sissiwanderung war es nicht. Nach den heftigen Gewitter von Samstagnacht wussten wir nicht ob wir überhaupt gehen würden. Es war wie immer früh am morgen, der Himmel verhangen, die Strassen nass. Einen kurzen Moment kamen wir in Versuchung uns umzudrehen und im warmen Bett liegen zu bleiben. Dieser Moment war nur kurz und schon stand ich in der Küche und bereitete uns wieder einmal feine Sandwiches mit frischem Roggenbrot und leckerer "Hamme" vom Märit zu. Unsere Siggflaschen standen mit Isostar bereit.
Um 7.36 standen tuckerten wir mit dem Zug nach Schwarzenburg. Für einmal waren wir alleine im Wagen und Peter und ich hingen beide unseren Gedanken nach. Die Sonnenstrahlen zeigten sich zaghaft. Durch die Gewitternacht blieb die Luft feucht und die Sonne sog das Wasser auf.

Wir nahmen einen Teil vom Jakobweg unter unsere Füsse. Teilweise war es glitschig und wir mussten ziemlich aufpassen, dass wir nicht ausrutschten. Unsere Gedanken gingen aber zu den Menschen, die den ganzen Pilgerweg unter ihre Füsse nehmen - unvorstellbar für uns!

Überall trafen wir auf kleine Altare und religiöse Symbole. Pilger trafen wir wenige, denn ich denke, dass bei diesem unsichern Wetter viele ein gemütliches zu Hause vorzogen.

Die alten Römerwege faszinierten uns und gemächlich marschierten wir durch die unterschiedlichen Wälder und Weiden. Die Aufstiege waren human und die Abstiege konnten wir gut bewältigen.

Gewitterwolken zogen auf und irgendwie wussten wir, dass wir für einmal nicht den ganzen Weg im Trocknen marschieren konnten. Es wurde kühler und kühler, der Himmel dunkel und die ersten Tropfen vielen und meine Füssen begannen zu schmerzen. Zeit fürs Mittagessen und Zeit für den Schuhwechsel und wir mussten bei den schönsten Plätzen vorbei marschieren, denn der Regen wurde immer heftiger. Kurz vor Tafers fanden wir eine alte Bushaltestelle und so verdrückten wir unsere Sandwiches mit einem Dach über den Kopf und ich wechselte meine Schuhe. Der Regen wurde nicht weniger. Peter zog seine Regenjacke an und ich meine Schlumpfpelerine und wasserdicht verpackt schritten wir zügig durch den Regen. In Tafers fand ein Grümpelturnier statt. Die Leute standen mit den grossen Sonnenschirmen am Spielfeldrand und spornten ihre Mannschaft an. Keiner blieb trocken auch wir nicht. Der Regen prasselte auf uns nieder. Von weit her hörten wir Donnergrollen und ein zurück gab es nicht, wir musste vorwärts. Glücklicherweise war der Weg nach Fribourg nicht mehr so weit.

Bei einem Bauernhaus blieben wir für einen kurzen Moment stehen, denn nun goss es wie aus Kübeln. Hinter uns sah es nach wie vor dunkel aus und vor uns wurde es immer heller. So marschierten wir zügig der Sonne entgegen. Die Stimmung war speziell und einzigartig und das Donnergrollen war zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt.



Immerhin blieben unsere Füsse trocken. Kaum in Fribourg angekommen schien die Sonne und unsere Kleider waren feucht aber nicht mehr nass - nach wie vor war die Luft sehr feucht und so krochen wir mit letzter Kraft, schwitzend von der Alstadt zum Bahnhof hinauf.


Es war eine entspannende, angenehme und schöne Wanderung und ich mag Fribourg. In dieser Stadt lebte ich vor mehr als 40 Jahren und machte damals mein Haushaltlehrjahr.

Müde kamen wir in Bern an - doch für einmal nicht so müde, so dass wir noch der Aare entlang in die Matte spazieren konnten. Und was wir am nächsten Sonntag unternehmen - wir werden sehen!